Hebammenberatung

Geburt

Auch hier möchte ich erst einmal ein paar einleitende Worte und Erklärungen schreiben, bevor die einzelnen Thema näher besprochen und erläutert werden...
Die Geburt, Klinik, Geburtshaus, Entbindung zu Hause, Hebammensuche...

Die Geburt ist eine ganz besondere und einmalige Begebenheit im Leben einer Frau! Während der Geburt erreicht jede Frau die Grenzen des Möglichen - sei es im Hinblick auf Schmerzen, Leistungen oder Erlebnis (-bewältigung).
Es ist einfach einzigartig, wunderbar und für viele unbegreiflich, was es bedeutet, ein Baby auf die Welt zu bringen - es zu gebären.
Um so trauriger ist die Erkenntnis, dass aufgrund von schaurigen Erlebnisberichten und medienwirksamen Reportagen häufig die Angst vor der Entbindung so groß ist, dass alles andere drumherum vergessen oder verdrängt wird.

Daher ist es mein Ziel und meine Hoffnung, durch ehrliche Aufklärung rund um das Thema Geburt vielen unter Ihnen diese Angst und Unsicherheit zu nehmen. Denn Angst erzeugt Verspannung, diese wiederum verursacht Schmerzen... Die Angst vor der Ungewissheit dessen, was auf Sie zukommen wird sollte einem großen Teil Respekt vor dem Erlebnis "Geburt" weichen... Als erstes Thema werde ich die Unterschiede und Voraussetzungen für die ambulante bzw. stationäre Geburt (Klinikentbindung) erläutern. Dies hat zwar recht wenig mit den einleitenden Worten zu tun, ist aber bei vielen von Ihnen eine schwierige Entscheidung, die unter Umständen schon recht frühzeitig getroffen werden sollte.

Vorab ein paar einleitende Worte zu dem heutigen Aussehen eines Kreissaals, denn da herrschen doch noch viele unrealistische Vorstellung: Die Zeiten haben sich gewandelt - den früheren, kühl und funktionell eingerichteten Kreissaal mit vielen angsteinflößenden Instrumenten und einer unheimlichen Atmosphäre, in dem viele Frauen gleichzeitig Ihre Babys bekamen, werden Sie heute nicht mehr finden.
In den heutigen Krankenhäusern hat man sich doch sehr auf die Wünsche und Vorstellungen der werdenden Eltern eingestellt. So gibt es heute anstelle der hohen und vor allem sehr unbequemen Kreisbetten überwiegend gemütliche und große Entbindungsbetten, in denen sogar teilweise der Partner noch Platz findet. Es werden Geburtshocker angeboten, Seile und Taue hängen von den Decken, manchmal finden Sie eine Dusche oder Geburtsbadewanne im Kreissaal vor, alle Instrumente und Geräte sind, solange sie nicht benötigt werden, hinter Vorhängen oder in Schränken untergebracht - und selbstverständlich hat jede werdende Mutter Ihren "eigenen" Kreissaal.

Möchten Sie nicht auf die geborgene Atmosphäre und gewohnte Stimmung zu Hause verzichten, aber dennoch die medizinische Sicherheit eines Krankenhauses in Anspruch nehmen, so bietet sich eine ambulante Entbindung für Sie und Ihr Baby an.


Ganz sachlich beschrieben bedeutet dies

Wenn Sie merken, dass es bald soweit ist – dass die Geburt beginnt/begonnen hat – fahren Sie in die von Ihnen ausgesuchte Klinik. Dort bringen Sie wie üblich Ihr Baby im Kreissaal zur Welt. Wenn während und nach der Geburt keine Probleme aufgetreten sind und Sie sich fit genug fühlen, können Sie in der Regel nach 4 Stunden das Krankenhaus verlassen und nach Hause fahren. Gab es allerdings Komplikationen oder Sie merken, dass es für Sie oder Ihr Baby doch besser wäre noch ein Weilchen in ärztlicher Obhut zu bleiben, können Sie jederzeit von Ihrem Wunsch der ambulanten Entbindung "zurücktreten" und im Krankenhaus bleiben.


Folgende Dinge sollten Sie im Vorfeld aber dringend regeln

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit einer Hebamme Ihrer Wahl auf. Diese wird in den ersten 10 Tagen nach der Entbindung täglich mindestens einmal bei Ihnen vorbeischauen und den Wochenbettverlauf kontrollieren. Sie wird nach der Rückbildung der Gebärmutter schauen, die Wundheilung einer (eventuellen) Dammnaht kontrollieren, wertvolle Tipps und Hilfestellungen zum Stillen geben, die Abheilung des Nabels beobachten, die Gewichtszunahme des Babys im Auge behalten und mit Ihnen einige Übungen für die Wochenbettgymnastik besprechen und ausprobieren. Sollte es nach den 10 Tagen noch Probleme geben, insbesondere beim Stillen, so wird Sie weiterhin für Sie da sein. Die Kosten für die Hebammenbetreuung übernimmt komplett die Krankenkasse!
Desweiteren ist es wichtig, dass Sie eine Haushaltshilfe oder einfach eine helfende Hand für die ersten Tage zu Hause organisieren. Denn schließlich muss Wäsche gewaschen werden, der Kühlschrank muss gefüllt sein, große Geschwisterkinder müssen zum Kindergarten/zur Schule... Häufig übernehmen die frischgebackenen Väter oder Großmütter diese Aufgabe – besprechen Sie dies aber vorher unbedingt.
Suchen Sie sich sicherheitshalber eine Entbindungsklinik, welche die ambulante Geburt ausdrücklich unterstützt. Es wird Sie zwar niemand zwangsweise im Krankenhaus halten können, allerdings gibt es viele Möglichkeiten, Ihnen diverse Steine in den Weg zu legen – und sei es nur, indem man Sie einen entsprechenden Zettel unterschreiben lässt, der die Entlassung "gegen ärztlichen Rat und auf eigene Verantwortung" bescheinigt.

Der Unterschied zur ambulanten Entbindung besteht eigentlich ausschließlich darin, dass Sie und Ihr Baby im Schnitt noch 3 Tage nach der Geburt im Krankenhaus bleiben – Sie gehen also nach 4 Stunden nicht nach Hause sondern werden in Ihr Zimmer gebracht.
Wenn Sie vorhaben eben diese Tage im Krankenhaus zu bleiben, empfehle ich immer ganz dringend bei der sogenannten Kreissaalführung, die eigentlich jedes Krankenhaus in regelmäßigen Abständen anbietet, ein besonderes Augenmerk auf die Zimmer zu legen. Mit wie viel anderen Patientinnen werden Sie in einem Zimmer liegen, wo befinden sich die Toiletten und vor allem wie viele gibt es davon. Wo befinden sich die Duschen, wo das Kinderzimmer. Wird ein Voll-Rooming-In angeboten oder haben Sie die Möglichkeit, Ihren Zwerg auch einmal im Kinderzimmer abzugeben – z.B. wenn Sie zur Abschlussuntersuchung müssen oder den Besuch zur Tür begleiten. Bekommen die Babys routinemäßig Tee und Beruhigungssauger, gibt es eine Stillberaterin im Haus, wird Wochenbettgymnastik angeboten... Erst wenn Sie all diese Infos gesammelt haben und sich einen persönlichen Eindruck von dem Krankenhaus machen konnten, sollten Sie sich für bzw. gegen eine Entbindungsklinik entscheiden.

Hier jetzt alle nötigen Voraussetzungen und Bedingungen aufzuführen und zu erklären, würde sicherlich den Rahmen sprengen – daher hier ein paar Tipps, die Ihnen die Entscheidung für oder gegen eine Hausgeburt erleichtern sollen. Endgültig müssen Sie alles dann mit Ihrer Hebamme besprechen – und genau dies ist schon die erste Hürde, die es zu nehmen gilt. Immer weniger Hebammen arbeiten in der eigentlichen Geburtshilfe freiberuflich. Sie sollten sich also frühzeitig darum kümmern, ob in Ihrer Nähe eben eine solche Hebamme arbeitet. Adressen bekommen Sie über das Gesundheitsamt, den Bund Deutscher Hebammen, Ihren/Ihre Frauenarzt/Frauenärztin und eventuell die umliegenden Krankenhäuser. Sie werden dann gemeinsam mit Ihrer Hebamme alles Weitere besprechen, wobei es grundlegend KEINE Probleme bereits während der Schwangerschaft gegeben haben darf. Auch muss das Baby richtig herum, also mit dem Kopf nach unten, liegen, es darf natürlich keine Frühgeburt sein, auch Zwillingsgeburten sind sicherlich in einer Klinik besser aufgehoben. Ein ganz wichtiger Faktor ist noch der Partner! Nur wenn auch er hinter Ihrer Entscheidung steht, kann eine Hausgeburt ein fantastisches und einmaliges Erlebnis werden!

Eine tolle Möglichkeit ist auch die Entbindung ein einem Geburtshaus. Diese stellt eigentlich einen Kompromiss zwischen der geborgenen Atmosphäre einer Hausgeburt und der medizinischen Sicherheit einer Klinikgeburt dar – von allem eben etwas!
Sie entbinden Ihr Baby in den Räumen des Geburtshauses, unterstützt durch eine Ihnen bereits bekannte Hebamme, bei Bedarf medizinisch betreut durch Ihren Arzt und können nach einer kurzen Zeit mitsamt Ihrem Baby dann nach Hause gehen.
Informieren Sie sich bitte an Ihrem Wohnort, wo das nächste Geburtshaus zu finden ist und vereinbaren dort einen Termin zur Geburtsplanung.

Noch eine persönliche Anmerkung am Rande:

Sie können es natürlich auch so machen wie wir bei unserem zweiten Sohn:
Sie werden einfach nachts wach und haben 20 Minuten später Ihr Baby (ungeplant zu Hause entbunden) im Arm ;-)




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