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Stillberatung

Stillen und Blähungen, Dreimonatskoliken

Im Beruf und im Alltag macht Ihnen keiner was vor. Sie wissen sich in schwierigen Situationen zu helfen. Nun sind Sie aber ratlos, denn Sie sorgen sich, wenn Sie sehen, dass es Ihrem Baby nicht gut geht. Sein Bäuchlein ist gebläht, hart gespannt und Ihr Baby weint und zieht die Beinchen an ...
 

Vermutlich quälen Blähungen Ihr Baby, vielleicht sind es die sogenannten Dreimonatskoliken, die zwar schmerzhaft, aber ungefährlich sind. Wichtig ist nun, dass Sie ruhig wie möglich bleiben, ansonsten reagiert Ihr Baby unter Umständen noch heftiger.

Unter Dreimonatskoliken bezeichnet man die Blähungen und Bauchschmerzen eines Säuglings, die meistens während der ersten drei Lebensmonate auftreten. Auffallend ist, das sie vor allem nachmittags und abends auftreten. Der Magen-Darm-Trakt ist bei einem so kleinem Kind noch sehr unreif und reagiert deshalb sehr empfindlich. Sie brauchen nicht beunruhigt sein, wenn Sie beim Stillen feststellen, dass Ihr Baby gut trinkt, an Gewicht kontinuierlich zunimmt und sonst auch keine weiteren Beschwerden hat.

Folgende Gründe können die Blähungen und Koliken haben:

  • der Darm arbeitet noch nicht selbständig und ruft deshalb Bauchweh hervor
  • Ihr Baby hatte einen aufregenden Tag
  • Ihr Baby hat zu hastig getrunken
  • ist das Saugerloch bei Flaschenernährten Babys zu groß?
  • möglich ist auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (bei Verdacht unbedingt zum Kinderarzt)
  • bei Stillkindern kann u.U. Ihre Ernährung als Mutter Einfluss auf die Verdauung haben

Dagegen ist es wissenschaftlich nicht bewiesen, dass frische Muttermilch nicht auf "alte" Milch im Magen treffen darf. Viele Mütter haben mir davon berichtet, dass sie diesen gutgemeinten Rat von ihrer Hebamme oder Kinderkrankenschwester erhalten haben.

Sie müssen Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen, wenn:

  • Sie nicht sicher sind, ob es sich um Dreimonatskoliken handelt, damit Sie andere Magen-Darm-Erkrankungen ausschließen können wie z.B. eine Darmverschlingung
  • wenn Ihr Baby nicht an Gewicht zunimmt
  • wenn weitere Beschwerden wie Fieber, Erbrechen und Verstopfung hinzukommen

Haben Sie viel Verständnis für Ihr Baby, denn es hat nun nach der Geburt nicht mehr den Schutz Ihres Mutterleibes, sondern ist nun auf sich mit seiner eigener Verdauung gestellt! Ihr Baby spürt nun auch ganz deutlich, das nach dem Stillen die Muttermilch durch seinen Darm fließt und das ist sicherlich ein Gefühl das es nicht in dieser Form kennt. Es ist möglich, dass es erschreckt, wenn es zusätzlich die Geräusche des Darms wahrnimmt. Ihr Baby kann nur durch Weinen und Schreien ausdrücken, wie es ihm geht und es braucht Sie als Vater und Mutter sehr. Hilfreich ist, wenn Sie Ihr Baby hochnehmen und es hin und herwiegen, denn das erinnert stark an die Geborgenheit im Mutterleib. Es spürt Ihre Nähe, Ihre Wärme und hört den vertrauten Herzschlag.

Wenn Ihr Baby weint, wird Luft in den kleinen Magen und dann in den Darm transportiert und das verursacht, dass nach kurzer Zeit das Bäuchlein gespannt ist, ihm wehtut und somit Koliken hervorruft.

Sie können Ihrem Baby mit folgenden Hilfestellungen Linderung schaffen:

  • massieren Sie kreisend den kleinen Bauch mit Kümmelöl. Als Stillende können Sie selbst ganze Kümmelkörner zu jeder Mahlzeit zu sich nehmen, denn Kümmel beruhigt den Magen-Darm-Trakt.
  • legen Sie Ihrem Baby ein warmes Körnerkissen oder eine Wärmeflasche auf den Babybauch. Achtung: Babys Haut ist sehr viel empfindlicher als die Ihre. Bitte nur warm, nicht heiß! 
  • Tragen Sie Ihr Baby herum, wiegen Sie es und im halten Sie es im "Fliegergriff". Lassen Sie es nach dem Trinken ein "Bäuerchen" machen, damit die Luft entweichen kann.
  • Drücken Sie auf dem Wickeltisch liebevoll z.B. die Oberschenkel des Babys leicht gegen seinen Bauch.
  • Weitere Hilfsmittel für ein entspanntes Baby: Benutzen Sie ein Tragetuch, das mögen wirklich alle Babys! Auch das Pucken kann unruhigen Babys gut helfen.


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In Apotheken sind auch Tropfen erhältlich, die durch Entschäumen der Gasblasen im Darm die Blähungen lindern. Auch hiermit haben viele Mütter gute Erfahrungen gemacht, ebenso wie mit der Wärme eines Kirschkernkissens oder einer Wärmflasche, die nahe an das Baby herangelegt werden. Aber gehen Sie vorsichtig damit um, denn es besteht die Gefahr der Verbrennung. Ich habe, als die Kinder so klein waren, auf den Einsatz einer Wärmeflasche und Kirschkernkissen verzichtet. Ich habe sie meine eigene Körperwärme spüren lassen.

Wenn Sie Ihr Baby voll stillen, dann kann es passieren, das es zu viel Luft schluckt. Sie spüren vielleicht selbst, wenn Ihr Milchspendereflex recht stark ist, dann kommt auch die Muttermilch sehr heftig in den Mund Ihres Babys und es verschluckt sich. Wenn Sie Ihr Baby anlegen und bevor der Milchspendereflex freigesetzt wird (anfangs spüren Sie ein Kribbeln in der Brust) lösen Sie Ihr Baby noch mal von der Brust und streichen vorsichtig etwas Muttermilch aus, bis sie nicht mehr spritzt. Wahrscheinlich wird Ihr Baby protestieren, dann wärmen Sie Ihre Brust (z.B. mit einem warmen Waschlappen an) und streichen wie gesagt vorsichtig die Milch aus und legen dann Ihr Baby an. Sie können aber auch gegen die Schwerkraft arbeiten, indem Sie Ihr Baby Rücklingsstillen. Wenn Ihr Baby sehr hastig und gierig trinkt, verschluckt es sich auch schon eher, Abhilfe kann Ihre Beobachtung schaffen, wann Ihr Baby wieder trinken möchte und Sie es dann schon vor dem großen Hunger anlegen, dann wird es nicht so hastig trinken. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Baby dicht genug an Ihrem Körper liegt, so dass es die Brustwarze gut fassen und halten kann und somit keine unnötige Luft mit aufnimmt. Denn im Mund Ihres Stillkindes befindet sich während des Stillens ein regelrechtes Vakuum.

Sie müssen als Stillmutter Ihre Ernährung nicht unbedingt umstellen, aber achten Sie darauf, was bei Ihnen bläht, das bläht auch bei Ihrem Kind. Leider ist auch oft ein Stück Schokolade schuld an den Blähungen Ihres Stillkindes, denn Zucker bläht sehr stark. Einige Mütter haben mir erzählt, dass sie Reaktionen bei ihrem Kind beobachteten, wenn sie kohlensäurehaltiges Mineralwasser getrunken haben. Wenn Sie ebenfalls den Eindruck haben, dann lassen Sie für etwa zwei Wochen das Mineralwasser oder auch die verdächtigen Lebensmittel weg. Je älter Ihr Baby wird, desto besser verträgt es dann auch diese Nahrungsmittel.

Nicht unterschätzen dürfen Sie, wenn in der Umgebung Ihres Babys geraucht wird. Abgesehen von der direkten Gesundheitsbeeinträchtigung fürs Kind kann der Zigarettenrauch auch für Bauchweh bei Ihrem Baby sorgen.

Widmen Sie sich Ihrem Baby in dieser schwierigen Zeit der Anpassung an unsere Welt, indem Sie einfach für es da sind.

 

Elke Vogt

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