babywelt.de > Beratung > Stillberatung > Was esse ich in der Stillzeit?

Stillberatung

Was esse ich in der Stillzeit?

In vielen Fragen, die an mich gestellt werden, ist auch immer wieder Thema, was Sie als Stillende denn nun während Ihrer Stillzeit essen dürfen. Die altverbreitete Meinung, dass Sie während der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit für Zwei essen dürfen, ist aus heutiger Sicht nicht mehr richtig und haltbar.
Falls Sie mal vorplanen müssen, sind Milchpumpen eine gute Möglichkeit, Milch auf Vorrat einzufrieren. Übrigens: Um auch in der Öffentlichkeit dezent stillen zu können, gibt es jede Menge wunderschöne Stillmode!
 

Grundsätzlich kann man sagen, dass Sie als Vollstillende einen Tagesmehrbedarf von etwa 600 bis 800 Kcal haben.

Ganz wichtig ist bei der Ernährung während der Stillzeit, dass die Qualität Ihrer Nahrung wichtiger ist, als die aufgenommene Menge! Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen eine Vollwerternährung.

Gleich zu Beginn Ihrer Stillzeit sollten Sie sich auch angewöhnen, dass Sie ausreichend trinken. Während jeder Stillmahlzeit stellen Sie sich ein großes Glas mit stillem Wasser oder Saft oder einem geeignetem Tee neben sich, damit Sie selbst genügend trinken. Das ist zu Anfang gar nicht so einfach. Aber Sie werden merken, dass Sie oft einen trockenen Rachen haben und dann ist es wirklich an der Zeit, dass Sie trinken. Das ist bei fast allen Stillenden der Fall und es normalisiert sich wieder, wenn Sie lernen, ausreichend zu trinken. Schließlich haben Sie einen Mehrbedarf an Flüssigkeit, da Sie eine große Menge an Flüssigkeit in Form der Muttermilch Ihrem Baby geben.

Nicht nur das Trinken ist bedeutend in der Stillzeit, sondern Ihre Mahlzeiten sind es ebenfalls. Eine gute Entscheidung ist nicht nur in dieser Zeit, wenn Ihre Ernährung aus Frischkost und Vollkornsachen besteht (veränderter Nähstoffbedarf von Stillenden). In den ersten drei Lebensmonaten Ihres Kindes sind Sie als Stillende sehr beschäftigt zu stillen und Ihr Baby zu versorgen. Überlegen Sie doch auch ruhig, ob Sie bereits während der Schwangerschaft planen und organisieren können, dass Ihre Besucher nach der Geburt nicht durch Sie bewirtet werden, sondern anstelle von Blumen ein gutes Mittagessen oder eine leckere Zwischenmahlzeit mitbringen. Ihr Baby bestimmt von nun an Ihren Tages- und Nachtablauf. Oft kommen Sie als Mutter zu kurz. Und das soll und darf nicht sein! Schließlich leisten Sie während der Stillzeit etwas Bedeutendes für die Gesundheit und dem Wohlergehen Ihres Babys. Bitten Sie auch Ihren Partner, die stolzen Großeltern und Freunde oder gute Nachbarn, Ihnen in der anstrengenden Zeit mit Ihrem Baby zu helfen. Bitten Sie darum, dass für Sie vorgekocht wird und Sie es sich erwärmen können oder auch frisch gebracht bekommen. Vielleicht sind auch freundliche Nachbarn bereit, Einkäufe vom Markt für Sie mitzubringen.

Noch ein Tipp: Machen Sie es sich zum Stillen gemütlich, am besten mit einem passenden Stillkissen!

lecker und gesund essen in der Stillzeit

lecker und gesund essen in der Stillzeit

Eine besondere Bedeutung haben Lebensmittel auf die Zusammensetzung der Muttermilch.

Folgende Nahrungsmittel sind besonders milchbildend:
Rohkost, vor allem Möhren, Trockenfrüchte, Bierhefe und Vollkorngetreide und sogar Mandeln.

Als milchbildende Getränke sind Kräutertees, Schlehenelixier und Mineralwasser zu empfehlen. Auch das gute alte Malzbier ist milchbildend. Leider ist Malzbier eine Kalorienbombe. Als Mineralwasser sollten Sie kohlensäurearmes Wasser trinken. Eine gute Hilfe ist auch der Milchbildungstee. Es gibt ihn bereits fertig zusammengestellt, allerdings ist er dann recht teuer (50 g ca. € 4,-). Sie können ihn aber auch in einer freundlichen Apotheke extra zusammenstellen lassen (je 50 g von Anis, Fenchel, Kümmel, Brennessel, kosten 200 g ca. € 5,-). Bitten Sie dann den Apotheker/Apothekerin die Kräuter vor dem Abfüllen "aufzustoßen", dies ist wichtig, damit die Kräuter ihre Wirkung entfalten können.

Es gibt auch Lebensmittel, die während der Stillzeit gemieden werden sollten, denn sie reduzieren die Milchmenge. Dazu gehören: Salbei, Pfefferminze, je nach dem auch (wie Sie reagieren) Petersilie, Hibiskus und stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Für die Stillzeit gilt es, dass grundsätzlich der Alkohol zu meiden ist! Obwohl Alkohol eine entspannende Wirkung hat, darf er auf keinen Fall zur Gewohnheit werden, denn er kann mitunter zu einer verzögerten motorischen Entwicklung beim Baby führen. Im Falle eines gehemmten Milchflussreflex kann ein Glas Sekt allerdings die Milch wieder zum Fliessen bringen. Besprechen Sie das aber bitte mit Ihrer Still- oder Laktationsberaterin oder Ihrer Hebamme. Bei häufigerem Alkoholgenuss trinkt ein Baby weniger Muttermilch. Wenn, dann sollte der Alkohol nach der Stillmahlzeit getrunken werden, damit sich der Alkoholgehalt bis zur nächsten Stillmahlzeit wenigstens zum Teil wieder abgebaut hat. Aber auf keinen Fall sollten Sie hochprozentigen Alkohol trinken. Meiden Sie ebenfalls koffeinhaltigen Kaffee oder Cola. Das darin enthaltene Koffein geht in die Muttermilch über und bleibt dort bis zu zwei Tage erhalten. Die Gefahr besteht, dass so das Baby sehr unruhig und wach bleibt.

Einige Stillmütter berichten auch, dass Ihr Baby nach dem Verzehr von knoblauchhaltigen Essen die Muttermilch verweigert hat. Wieder andere Mütter machen die Erfahrung, dass es Ihrem Baby überhaupt nichts ausmacht. Einige Babys mögen nicht, wenn Sie Spargel essen, da er auch den Geschmack der Muttermilch verändert. Für Sie bedeutet es, dass Sie ausprobieren müssen, was Ihrem Baby als "Geschmacksverstärker" im Falle von Spargel und/oder Knoblauch gefällt bzw. was dem Baby nicht schmeckt.

In der Muttermilch ist grundsätzlich ein konstanter Spiegel an Eiweißen und Kohlenhydraten. Schwankungen werden selbständig ausgeglichen.

Linolsäure und Fette befinden sich ebenfalls in der Muttermilch. Die Vitamine A, D, E und K werden in der Muttermilch in einem Depot gespeichert. Sie werden wohldosiert und konstant während des Stillens über die Muttermilch Ihrem Baby gegeben.

Die Vitamine B, C, E und Karotin sind ebenfalls in der Muttermilch nachweisbar und werden, wenn Sie sich vitaminreich ernähren, vor allem Ihr Baby gut versorgen. Das Vitamin C wird in der Muttermilch sogar angereichert und Ihr Baby erhält weitaus mehr Vitamin C als es über feste Nahrung aufnehmen könnte. Aus diesem Grund sind Stillkinder auch weniger anfällig gegenüber Erkältungen und Durchfällen, Mittelohrentzündungen u.a.

Stillshirt, Stilltunika, Oberteile für die Stillzeit

Stillshirt, Stilltunika, Oberteile für die Stillzeit

Ernähren Sie sich während der Stillzeit wie bereits in der Schwangerschaft

ausgewogen und trinken Sie zwischen 2 und 3 Liter Flüssigkeit am Tag. Essen Sie das an Gemüse, Beilagen und Obst was Ihnen schmeckt. Wenn Sie Angst vor starken Blähungen beim Baby haben, dann achten Sie darauf, was bei Ihnen bläht und meiden Sie es, denn das bläht sicherlich auch bei Ihrem Baby. Nach einiger Zeit können Sie das Nahrungsmittel wieder erneut ausprobieren.

Aber Achtung: während der Stillzeit ist der Heißhunger auf Süßes recht groß. Der Zucker in der so beliebten Schokolade verursacht bei den Babys leider sehr starke Blähungen. Aber Sie dürfen natürlich auch mal naschen, denn auch das ist in der Stillzeit erlaubt.

Eine Milchpumpe scheint zunächst etwas befremdlich, aber wenn Sie sie erst einmal benutzt haben, dann sind Sie froh, dass Sie für Ihr Baby immer eine Ration Muttermilch griffbereit haben. Besonders für den Babysitter sehr praktisch!

Weitere passende Produkte finden Sie hier: Rund ums Stillen, Stillmode und Stillkissen




War in unserer Auswahl noch nicht das Richtige dabei? Dann nutzen Sie unsere babywelt-Suchmaschine und finden Sie Ihr Wunschprodukt aus allen Partnershops!