Feinstaub – Gefahr für das ungeborene Kind

Feinstaub - Gefahr für das ungeborene Kind
Quelle: ©iStockphoto.com/Artsiom (95875110)

Feinstaub besteht aus winzigen Staubpartikeln, die über die eingeatmete Luft in Ihre Lunge gelangen und Atemwegserkrankungen begünstigen. Wissenschaftler klärten nun die Frage, ob auch ungeborene Kinder im Mutterleib mit Feinstaub in Kontakt kommen.

Schützende Fresszellen aus der Plazenta liefern Hinweise

Wissenschaftler der Queen Mary University of London fanden bei der Untersuchung der Plazenta von fünf Frauen, die gerade entbunden hatten, Feinstaubpartikel in bestimmten Zellen der Plazenta. Die Frauen hatten eine komplikationslose Schwangerschaft, lebten in London und waren Nichtraucher. Die untersuchten Zellen heißen Plazenta-Makrophagen. Diese Fresszellen schützen das Ungeborene, indem sie Schadstoffe und Bakterien beseitigen. Von 3500 untersuchten Plazenta-Makrophagen enthielten 60 Zellen winzige schwarze Partikel, bei denen es sich laut Aussagen der Wissenschaftler um Kohlenstoff-Partikel handeln könnte.

Feinstaub bleibt nicht in der Lunge

Feinstaub-Partikel mit einem Durchmesser unter 0,1 Mikrometer können durch das Lungengewebe ins Blut gelangen. Der Blutkreislauf transportiert diese ultrafeinen Teilchen durch den Körper in andere Organe hinein. Da die Plazenta das Ungeborene mit Nährstoffen und Sauerstoff aus dem Blut der Mutter versorgt, gelangen die Partikel ebenfalls in die Plazenta.

Auswirkungen der Feinstaubbelastung auf den Fötus

Direkte gesundheitliche Risiken, die durch die Feinstaubbelastung in der Plazenta für den Fötus entstehen, wurden noch nicht geklärt. Jedoch kommt eine Studie der John Hopkins University in Baltimore zu dem Ergebnis, dass Babys nach der Geburt einen höheren Blutdruck haben, wenn die Feinstaubbelastung im letzten Schwangerschaftsdrittel besonders hoch war.

Feinstaubbelastung in Deutschland

Die untersuchten Frauen aus London waren im Jahresdurchschnitt einer mäßig erhöhten Feinstaubbelastung ausgesetzt. Auch in Deutschland gibt es Feinstaubmessungen und die EU hat deshalb Belastungs-Obergrenzen festgelegt. Messstationen überwachen die Werte der winzigsten Partikel der Größe 0,1 Mikrometer jedoch nicht, sondern nur die größeren Partikel der Größen PM10 und PM 2,5.

Wie Sie sich vor Feinstaub schützen können

In Großraumgebieten mit einem erhöhten Aufkommen an Industrie und Straßenverkehr ist die Feinstaubbelastung wesentlich höher als in ländlichen Regionen. Wenn Sie sichergehen möchten, dass Sie und Ihr Kind einer möglichst geringen Feinstaubbelastung ausgesetzt sind, sollten Sie Ihre Umgebung überprüfen. Messdaten über die Höhe der Feinstaubbelastung verschiedener Orte erhalten Sie zum Beispiel beim Umweltbundesamt. Meiden Sie den häufigen Aufenthalt neben vielbefahrenen Straßen und in Industriegebieten.

© Babywelt Theme 2018
Erstellt durch Templais GmbH